Gardasee: Die Unterschiede zwischen dem westlichen und dem östlichen Ufer

So, wie sich der südliche und der nördliche Teil des Gardasees deutlich voneinander unterscheiden, so unterschiedlich sind auch die Küstenabschnitte an den beiden Längsseiten des Gewässers. Während das Westufer in Sachen Tourismus und Stranderholung schon früh ein Besuchermagnet war, schwingen sich im Osten die Flanken des Monte Baldo bis auf eine Höhe von mehr als 2.200 Metern hinauf – und locken so Wanderer und Mountainbiker, die auf eher ambitionierte Touren stehen, ebenso an wie Kletterer, die man im Sommer täglich in den steinernen Wänden des riesigen Bergmassivs emporkraxeln sieht. Der „Garten Europas“ nennt man den Monte Baldo auch, aus dem einfachen Grund, da hier viele einzigartige Pflanzengattungen und Tierarten eine Nische gefunden haben. Tiefe Schluchten durchziehen die Region wechseln sich mit sanften Matten, senkrechten Felstürmen und bewaldeten Höhenzügen ab. Die Landschaft geizt also nicht mit ihren Reizen. Wer nur die Aussicht genießen will, die den gesamten Gardasee umfasst und bis hinüber zur Monte Rosa reicht, nimmt in Malcesine die Seilbahn.

Weiter unten, in der Nähe des Ufers, ist es zwar hügeliger als am Westufer, doch schon so lieblich, dass hier mediterrane Nutzpflanzen wie etwa Oliven gedeihen. Die berühmtesten Pflanzen der Region sind jedoch die von der Sonne verwöhnten Trauben in der Ecke von Bardolino, jenem Dorf, das dem bekannten Rotwein seinen Namen gegeben hat. Seit einigen Jahren verstehen sich die Winzer hier auch auf die Herstellung von einem fruchtigen Roséwein, dem so genannten Chiaretto.

Auch am Westufer kann nicht nur in der Sonne gelegen und in den kühlen Fluten des Sees gebadet werden. Nein, auch hier existieren zahlreiche Wander- und Radwege, besonders im eher im Südwesten gelegenen Valtenesi, einem fruchtbaren Moränenhügel, auf dem ebenfalls Trauben und Oliven wachsen. Die Wanderrouten und Fahrradstrecken sind hier weit weniger sportlich als am Monte Baldo, und je weiter man nach Norden vordringt, desto tiefer taucht man in die als „Zitronenriviera“ bekannte Region ein, deren nördlichster Punkt Limone sul Garda ist und die im Süden vom Ort Salò abgeschlossen wird. Direkt im westlichen Hinterland dieses Küstenabschnitts befindet sich der „Parco Regionale Dell‘ alto Garda“, ein toller Naturpark, dessen Höhenzüge auch bis auf knapp 2.000 Meter ragen. Weil dieser Gebirgszug meist die heraufziehenden Kältezonen vom Küstenabschnitt zwischen Salò und Limone abhält, ist das Mikroklima hier so mild, dass tatsächlich Zitronen en masse gedeihen.

Etwa die Hälfte des knapp 40.000 Hektar großen Naturparks ist von Wäldern bedeckt, auch hier sind zahlreiche endemische Pflanzenarten und viele wilde Tiere beheimatet. Die Wanderungen hier sind recht anspruchsvoll, besonders zu empfehlen ist der durch den Parks führende Wanderweg Montagnoli von Salò nach Limone, der einige ordentliche Steigungen beinhaltet. Doch das Panorama auf den Gardasee ist sämtliche Mühen allemal wert.

 
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This entry was posted on April 14, 2014 at 8:15 pm and is filed under Reiseziele (Tags: , ). You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.