Januar 26, 2017

Katalonien: Ein starkes Comeback

Dass ich Katalonien endgültig verfallen war, merkte ich, als mir sehr heiß wurde. Ich meine nicht am Strand – es gibt herrliche Strände in Katalonien, aber die gibt es ja woanders ebenso. Ich meine auch nicht beim Wandern im Priorat, obwohl Wandern im Priorat mit das Schönste ist, was man im Leben machen kann. Nein, ich meine beim Correfoc.

Correfoc, das heißt Feuerlauf und ist in fast jeder katalanischen Gemeinde der Höhepunkt der Festa Major – des jährlichen mehrtägigen Sommerfestes zu Ehren der örtlichen Schutzheiligen. Beim Correfoc drücken diese Heiligen ein Auge zu, denn da ist der Teufel los. Buchstäblich. Da tut die Hölle ihren Schlund auf und entlässt ihre Kreaturen: Drachen und Feuerbestien aller Art, bis hin zu Flammen speienden Riesenmaultieren. Und um diese pyromanischen Pappmaschee-Monster herum wimmeln Mengen von rasenden Dämonen, die Funken sprühende Forken schwingen. Der Donner der Trommeln und das Quäken der gralles, der katalanischen Schalmeien, gehen bald unter in dem Lärm, mit dem das Pandämonium Jagd aufs Publikum macht. Wer dabeisteht, wird gnadenlos mit hineingerissen in den Taumel aus Licht und Krach und Hitze; wird durchgeschüttelt, aufgerüttelt, durcheinandergewirbelt; und tastet sich dann irgendwann, rußverschmiert und schweißgebadet, aus einem ganz anderen Bewusstseinszustand wieder zurück in die Normalität.

 

Wenn es darum geht, Katalonien oder die Katalanen zu charakterisieren, muss oft das Brauchtum herhalten. Vorzugsweise die Sardana, der komplizierte Ringelpiez, zu dem der Künstler Santiago Rusiñol das Bonmot prägte: „Die Sardana hat den Rhythmus Kataloniens – das Herz tanzt, der Kopf rechnet.“ Oder auch die castells, die berühmten Menschentürme, deren Bau in Katalonien Volkssport ist und ein besonders eindrucksvolles Sinnbild für die Tugend des sozialen Zusammenhalts abgibt. Ich finde aber den Correfoc genauso vielsagend. Als Ritual, um „mal alles rauszulassen“ und ein Tänzchen mit den Dämonen, auch den eigenen, zu wagen. Ein Ritual übrigens, das über Jahrhunderte erprobt ist und bei dem die Einzigen, die sich verletzen, leichtsinnige Touristen sind. Wenn Sie also mitwirbeln wollen, ziehen Sie bitte keine Sonntagskleidung an, Kapuze und Augenschutz verstehen sich von selbst.  

So ein Correfoc ist das Hochamt der rauxa. Und rauxa (gesprochen „rauscha“) ist das, wonach es klingt: ein Zustand der Übergeschnapptheit, der einem alten Klischee zufolge die eine Seite des katalanischen Wesens ausmacht. Die andere Seite ist demnach seny (gesprochen „senj“) – Besonnenheit, Vernunft, Geschäftssinn. Um die vermeintlich nüchternen Katalanen gegen die ach so impulsiven Spanier abzugrenzen, hieß es bei dieser Zuschreibung früher gebetsmühlenhaft, seny sei die Regel und rauxa die seltene Ausnahme. Man macht ja auch nicht jede Woche einen Correfoc. In den letzten Jahren aber hat sich das katalanische Image gerade in Deutschland stark in Richtung rauxa verschoben: Wie können die so verrückt sein, sich von Spanien loslösen und ihren eigenen Staat gründen zu wollen?

 

Das lassen Sie sich am besten von ihnen selbst erklären. Hier nur so viel: Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass die Unabhängigkeitsdebatte für viele Katalanen und auch für viele Spanier ein riesiges und sehr aufwühlendes Thema ist. Und versuchen Sie es weniger einseitig zu betrachten, als es die deutsche Presse oft tut. Wenn es um den katalanischen independentisme geht, übernehmen die Korrespondenten, die ja durchweg in Madrid sitzen, erstaunlich unkritisch die Haltung spanisch-zentralistischer Kreise. Da ist viel ranziges Ressentiment im Spiel, auch immer noch viel unverdaute Propaganda aus der Franco-Zeit, als der Diktator aus Spanien eine rückständige Monokultur machen wollte.

Je nach politischen Vorlieben mag man die katalanisch-spanische Geschichte unterschiedlich bewerten, zweierlei lässt sich aber kaum abstreiten. Erstens: Dass Katalonien heute zu Spanien gehört, ist die Folge einer gewaltsamen Besetzung, nicht einer freiwilligen Übereinkunft. Die Kapitulation Barcelonas im Erbfolgekrieg besiegelte 1714 die Eingliederung der katalanisch-sprachigen Gebiete in das Reich der Bourbonenkönige. Zweitens: Jahrhundertelang hat sich dieses siegreiche Spanien mal mehr, mal weniger rabiat bemüht, die katalanische Sprache und Kultur zu unterdrücken. Am schlimmsten unter dem Franco-Regime, für das die eigensinnigen Katalanen neben den Kommunisten und den Anarchisten das Hauptfeindbild waren. Vor diesem Hintergrund reagiert die katalanische Bevölkerung auch heute noch sehr hitzig, wenn der spanische Staat, so wie in den letzten Jahren, wie- der versucht, ihre mühsam erkämpften Autonomierechte zurückzuschneiden.

Aufgespürt:

http://www.zeit.de/entdecken/

Januar 12, 2016

Visum und Einreise nach China: Neue Regeln für Visa in China seit 01. September 2013 rechtsgültig

Geschäftsreisen und Flüge nach China buchen: Angekündigte Neuregelung für Visum in China gilt seit Sonntag 01. September 2013. Neue Regeln gelten besonders für die Expansion der Visa-Kategorien. Einzelheiten im folgenden Bericht. Am Sonntag ist die angekündigte neue Visa-Regelung für China in Kraft getreten.

Neu ist vor allem eine Ausweitung der Visa-Kategorien. Die neue Struktur umfasst unterschiedliche Visa für kommerzielle Besuche, nicht-kommerzielle Besuche, touristische Aufenthalte, lange Aufenthalte, hochrangige Personen, Besucher nicht-chinesischer Staatsbürger, Besucher chinesischer Staatsbürger und für Flugzeug-Crews. Dazu kommen Arbeitsvisa, Studentenvisa, Journalistenvisa und Transitvisa.

Ebenfalls seit 1. September gilt ein neuer Visum-Antrag, der nach einer Übergangsfrist ausschließlich verwendet werden muss. Außerdem können sich Reisende künftig in Hongkong keine Express-Visa für China mehr ausstellen lassen. Das “Chinese Visa Application Service Center” hat die neuen Kategorien auf seiner deutschsprachigen Website aufgeschlüsselt.

Quelle: Travel One.

Original-Quelle:

www.imagetours.de/wpblog/2013/09/03/visum-und-einreise-nach-china-neue-regeln-fur-visa-in-china-seit-01-september-2013-rechtsgultig

Juni 26, 2015

Armenien: Ein Reiseführer für Reisende

Armenien ist eines der ältesten und einzigartigsten Länder in Transkaukasien. Trotz seiner schwierigen Vergangenheit und der vielen tragischen Ereignisse dort, war dieses wundervolle Land dazu in der Lage, eine reiche Kultur und Traditionen zu bewahren. Das Gebiet von Armenien ist relativ klein, bietet seinen Gästen jedoch einiges: Die wunderschönen Landschaften und antiken Sehenswürdigkeiten, eine schmackhafte Küche und attraktive Orte für aktive Urlaube! Reisende besuchen Armenien nicht nur, um Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, sondern auch für aktive und extreme Urlaube, da Sie dort auch Skifahren und Snowboarden können.

Die antiken Architekturmonumente

Dieses Land ist besonders für Reisende interessant, die es bevorzugen, Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, denn diese gibt es überall! An den wichtigsten dieser Orte finden sich jedoch einzigartige Architekturmonumente, die alle eine Verbindung zum Christentum aufweisen, was nicht ohne Grund ist: Armenien ist das erste Land der Erde, dass das Christentum als Staatsreligion angenommen hat. Dies geschah im Jahr 301 mit Hilfe Gregors des Erleuchters (dem Gründer des Christentums) und des armenischen Königs Trdat III. Nun lassen sich Monumente des Christentums überall im ganzen Land finden: Antike Tempel und Klöster, einzigarte Steinkreuze, die mit feinen Mustern überzogen sind und Fresken, welche sich in den verlassenen Klöstern finden lassen.

Geghard

Eine der meistverehrtesten und populärsten Plätze für Reisen nach Armenien ist das Geghard Kloster, welches an den Abhängen der Klippen an der Schlucht des Flusses Azat liegt. Dieses einzigartige Kloster begeistert durch seine felsige Architektur und es ist kein Zufall, dass es eines der beliebtesten Orte unter Reisenden ist! Majestätische Landschaften umgeben den Klosterkomplex, welche niemanden desinteressiert zurücklässt.

Ein weiterer großartiger Ort den Sie in Armenien besuchen können ist das Tatev Kloster – eines der populärsten spirituellen Zentren während des Mittelalters. Der Pfad dorthin führt durch einen sehr tiefen Canyon, in dessen Grund der Fluss Vorotan fließt. Sie können das Kloster entweder mit dem Auto oder mit der Seilbahn erreichen, welche die längste der Welt ist (5.7km) und im Guinness Buch der Rekorde verzeichnet ist.

Einzigartige Ecken

Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass beinahe jeder Winkel Armeniens Aufmerksamkeit verdient hat, denn das Land trägt nicht umsonst den Titel „Museum unter offenem Himmel“. Es gibt jedoch Stellen, die unserer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen. Der Besuch dieser einzigartigen und wunderschönen Orte wird Ihnen für lange Zeit in Erinnerung bleiben.

Zuerst sollten wir den unglaublichen azurblauen See Sevan erwähnen, welcher aufgrund seiner unbeschreiblichen Schönheit auch „Perle Armeniens“ genannt wird. Dieser See ist einer der höchsten Süßwasser Seen in der ganzen Welt. Diese Region ist außerdem ausgezeichnet für eine Ruhepause. Zahlreiche Hütten, Hotels und Tourismuszentren wurden dort gebaut. Und für alle, die gerne Tauchen, Surfen, Fischen und Segeln finden sich dort gute Bedingungen für einen wundervollen Zeitvertreib. Das Gebiet um den See ist zudem für seine Sehenswürdigkeiten bekannt: Hier können Sie neben dem berühmten Sevanavank Kloster, welches im vierten Jahrhundert gegründet wurde, auch die antiken Tempel von Astvatsin und Arakelots finden.

Karaunj

In der Synuik Region, 3km von der gemütlichen Stadt Sisian entfernt, ist ein weiterer interessanter Ort, der unter Reisenden sehr beliebt ist. Es ist ein antiker megalithischer Komplex, bestehend aus hunderten von großen Steinen. Dieser Komplex wird auch „Karahunj“ genannt, was sich als „singende Steine“ übersetzen lässt. Forschungen zufolge wurde diese einzigartige Attraktion nicht später, als im dritten Jahrtausend vor Christus errichtet. Es gibt verschiedene Meinungen zur Funktion dieser Konstruktion, jedoch wurde vor einigen Jahren bewiesen, dass der Komplex einen astronomischen Zweck besaß und als Observatorium zur Beobachtung der Sterne diente. In vielen der Stelen wurden Löcher gebohrt, die der Position der Sterne im Himmel von vor siebeneinhalbtausend Jahren entsprechen. Karahunj wird auch das „Armenische Stonehenge“ genannt.

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Wir wollen außerdem die Lastiver Höhlen und die malerische Straße, die dorthin führt anmerken, welche vor allem von Reisenden bevorzugt wird, die gerne Wandern. Diese fabelhafte, mit weißem Kies befestigte Straße beginnt im Dorf Enovakan. Zur Rechten erstreckt sich dort dichter und mysteriöser Wald und zur Linken, eine tiefe und malerische Schlucht, gefüllt mit weißem Nebel. Es sind in etwa 3km Fußweg vom Dorf zu den Höhlen. Im 13-14 Jahrhunderts versteckte sich hier die lokale Bevölkerung während der Invasion der Mongolen. An den Höhlenwänden können Sie die unbeschreibliche Schönheit der dort vorhandenen Basreliefs bewundern.

Reges Leben

Wie bereits erwähnt, besuchen Reisende Armenien nicht nur um die Landschaft zu bewundern und Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Tatsächlich bietet dieses Land auch Leuten etwas, die Fans lebhafter Freizeitgestaltung sind.

LakeSevanMountains

Der beliebteste Sport in Armenien ist natürlich das Skifahren, da die natürlichen Bedingungen und das Terrain perfekt dafür sind. Um diese Art der Outdoor-Aktivitäten zu genießen, müssen Sie nach Tsaghkadzor oder Jermuk gehen, welche bereits erwähnt wurden.

ParaglidingArmenia

Skifahren ist jedoch nicht alles! Die Sommer-Saison bietet auch Fans von Extremurlauben etwas Interessantes. Bereits seit mehr als einem Jahrzehnt wird Paragliding in Armenien betrieben. Die Orte, an denen geflogen wird sind wunderschön und vielfältig. Die beliebtesten sind jedoch das Dorf Covagyugh nahe dem Sevan-See und das Dorf Dozraglux in der Nähe der Stadt Aparan.

Juni 3, 2015

Route nationale 7: Im alten Opel Kapitän über die Route 66 Europas

Was ist aus der Landstraße, der alten Fernstraße geworden? Was aus den Wegen, auf denen die Reisenden nicht durch die abgeschirmte Welt sechsspuriger, kreuzungsfreier Autobahnen von einem Ende des Landes zum anderen geführt werden? Auf denen sie vielmehr mit ihrer Limousine mitten durchs Leben rollten, auf zwei Spuren mit Gegenverkehr, und immer mal entschleunigen mussten, auch stehen bleiben, wobei ihr Blick durch die Fenster in Wohnzimmer, Cafés oder Geschäfte fiel.

Bei heruntergekurbelten Scheiben zogen die wechselnden Gerüche, Geräusche und Temperaturen herein. Mehrere Tage auf engstem Raum unterwegs, Strapazen, plärrende Kinder – aber viele der Straßen durch Städte, Dörfer und Landschaften wurden verehrt, einige besungen, sie waren legendär, ihre Namen standen für Sehnsucht, Fernweh, für die schönsten Jahre des Autokults.

Die französische Antwort auf die amerikanische Route 66

Willkommen im Roadmovie, Einsteigen ins Jahr 1956, jedenfalls in ein Auto aus jenem Jahr. Mit einem alten Opel Kapitän geht es „in die Sonne, in die Freiheit“. So heißt das Buch des Autors Michael Kröher und des Fotografen Wolfgang Groeger-Meier, die uns darin, fast wie im Kino, ihre Reise auf so einer Straße vorführen. Auf der französischen Route Nationale 7, die Ikone für den Autoverkehr in Richtung Süden aus den 50er- und 60er-Jahren.

Ausgangspunkt: Paris. Endpunkt: Mittelmeer, kurz hinter Nizza bei Menton. Neben den sonnenhungrigen Touristen zogen Tramps, Hippies und Straßenmusiker entlang der Nationale 7 (RN 7) gen Süden. Auch Groeger-Meier war auf der Strecke einst zu Hause. Aufgewachsen in Paris sah er sie als Kind viele Jahre hintereinander, jeden Sommer vom Rücksitz des elterlichen Peugeot 404 aus, hin und zurück.

Die RN 7 ist ein Traum, liebevoll auch „Route Bleue“ genannt – blau wie das Meer und der Himmel an der Côte d’Azur. Sie war die französische Variante der amerikanischen Route 66. Doch mit dem Ausbau der mautpflichtigen Autobahnen verblasste ihr Ruhm. Heute schätzen Nostalgiker den Umweg, am stilvollsten im Oldtimer. Wer sie in unseren Tagen befahren will, muss allerdings historischen Straßenkarten folgen. Auf den neuen ist sie nicht mehr markiert, ihr offizieller Status ist passé.

Seit die Nationale 7 entwidmet wurde und die Zuständigkeit 1972 an die Departements ging, ist das Original auf vielen Etappen „verfälscht“, der Verkehr auf Umgehungsstraßen verlegt, auf vierspurige Schnellstraßen, oder gleich auf die Autobahn. Um so charmanter, inzwischen fast schon wieder naturbelassen, präsentiert sich die ursprüngliche Strecke. Und sie sind noch zu finden, die berühmtesten Etappen, die Rastplätze und Tankstellen, die Gasthäuser und berüchtigten Engpässe in den Orten, einst in der Hochsaison geplagt von stundenlange Staus.

Sie fahnden nach Zeugen aus der Zeit der Route nationale

Die ersten Kilometer der Strecke – Beginn ist vor der Kathedrale Notre Dame – verlieren sich noch im Straßengewirr des Pariser Zentrums. Hinaus geht es durch die Betonschluchten der Trabantenstädte. Von ihnen war damals noch nichts zu sehen, nichts zu ahnen von der explosiven sozialen Brisanz, die dort heute herrscht. Bei Orly steht am Straßenrand der Torso einer Concorde.

Dass der Traum vom Überschall-Passagierverkehr schon bald ausgeträumt sein würde, ahnte auch keiner in der Zeit, als die Pferdestärken unter der Haube immer mehr und die Pisten immer breiter wurden. Dann, hinter Fontainebleau, kommt das Gefühl der Landstraße auf, alte Alleen, von Buschwerk überwucherte Tankstellen, längst geschlossene Rasthäuser, angepriesen in den alten Reiseführer. Sie und die verwaschenen Reklamewände auf Häusern, mit Werbung für längst verschwundene Marken, zeugen von der einst so lebendigen Verkehrsader.

Anders als die Familienväter aus den Sechzigern und Siebzigern, die ihre Dauphine, R4 oder Simca Aronde nach Kräften prügelten, damit sie spätestens am zweiten Abend am Mittelmeer das Zelt aufschlagen konnten, lassen sich Kröher und Groeger-Meier Zeit, für sich, für den Leser, für ihren Kapitän. 1000 Kilometer in fünf Tagen, Spurensuche auf der Nationale 7.

Sie fahnden nach Zeugen aus der großen Zeit, Besitzer überlebender Werkstätten und Tankstellen etwa, die damals, zu Zeiten ihrer Väter, öfter zum Boxenstopp luden, weil die Ölwechsel noch alle 5000 Kilometer vorgeschrieben waren und allfällige Malaisen nervten, gerissene Bowdenzüge oder verdreckte Unterbrecherkontakte.

Die Autoren besuchen die Attraktionen der Durchgangsorte, an denen auch die Urlaubshungrigen, bei aller Eile, wenigstens beim ersten Mal kurz innehielten, die Brücke von Avignon, die römischen Amphitheater in Vienne und Orange. Sie treffen Menschen, die noch sehnsüchtig vom großen Durchgangsgeschäft in der Gastronomie und im Einzelhandel berichten können.

Wo die Ente endlich mal den Käfer abhängen konnte

Aber auch nach vorn denkende Bürgermeister, die entlang der heute ruhigeren Strecke sanften Tourismus aufbauen, und Wirte aus Sternerestaurants, die daran teilhaben wollen. Oder sie besuchen Häuser, die unmittelbar von der RN-7-Nostalgie zehren, wie das „Musée Mémoire de la Nationale 7“ in Piolenc, in dem die Kleinwagen alle stehen, die damals die Strecke bevölkerten.

Die Landschaften wechseln mit den Flusstälern, Île-de-France mit der Seine, Burgund und Zentralmassiv mit der Loire. Dann der Aufstieg zur westeuropäischen Wasserscheide zwischen Atlantik und Mittelmeer, zum Col du Pin-Bouchain auf immerhin 760 Meter über dem Meer, wo damals die 2CV-Ente endlich mal den etwas stärker motorisierten VW abhängen konnte. „Der Käfer ist eben doppelt so schwer und kann nicht so gut durch die Kurven schaukeln“, verteidigte sich dann der deutsche Papa am Volant in Richtung Rückbank.

Noch sind sie nicht überall verschwunden, die oben abgerundeten, rot-weißen Kilometersteine der Nationale 7 und all die anderen alten Wegmarken, gemalt, gegossen, gemauert, obwohl ihnen ihre offizielle Funktion genommen wurde. Irgendwann werden sie unter Denkmalschutz stehen. Beim Abstieg zur Rhône beginnt es, nach Mittelmeer zu riechen, hinunter geht es zu den Pinienwäldern, zu den Olivenbäumen, den Kräutern der Provence, den zirpenden Grillen, den warmen Abenden.

Das Auto der beiden Autoren, fast sechzig Jahre alt, ist denkbar passend. Ihr Kapitän, Oberklasse, sechs Zylinder, 75 PS, 140 Spitze, war vielleicht der schönste in der Modellreihe, die damals fast jährlich die Karosserie wechselte und dabei ansonsten meist nur amerikanischen Protz nachahmte. Der „56er“ nicht, zweifarbige Eleganz, freundliches Gesicht, zurückhaltende Proportionen.

Nun gut, Weißwandreifen hätten vielleicht gepasst, vor allem ein Autoradio. Dann nämlich hätten die Fahrer in den fünf Tagen daraus sicher irgendwann den Schlager von Charles Trenet aus dem Jahr 1959 über die Straße herausgeholt: „Man ist glücklich auf der Route Nationale 7“, sang Trenet damals, trällerte über die Olivenbäume am Straßenrand, den Himmel darüber und die Sonne im Herzen. Ein Hit. Es blieb nicht der einzige über die Kultstraße.

Warum die beiden Autoren nicht mit einem Citroën DS 19 oder Peugeot 404 unterwegs waren? Kröher sagt, sie hätten auf der Strecke, die heute von vielen französischen Nostalgikern in ihren einheimischen Oldtimern befahren wird, mit dem Kapitän ganz bewusst zeigen wollen, dass sie aus dem Ausland, aus Deutschland gekommen seien. Dabei dürfte das freundliche Gesicht auch damals auf der Nationale 7 kein unbekanntes gewesen sein. Der Kapitän, die Oberklassen-Limousine, war in den 50er-Jahren zeitweise der am drittmeisten verkaufte Autotyp in Deutschland, hinter dem VW Käfer und dem Opel Rekord, und zwei Drittel der Produktion gingen ins europäische Ausland.

Klassiker, zu denen die Highways niemals aufrücken werden

Beliebt war die Strecke sowieso auch bei Urlaubern in Deutschland, wo es an legendären Landstraßen eher mangelte. Wer hier nach dem Krieg in den Süden in die Ferien wollte, dem standen von Anfang an Autobahnen zur Verfügung, und die hatten noch nie Charme. Gab es je ein sehnsüchtiges Lied über die „Hafraba“, die Autobahn von den Hansestädten über Frankfurt nach Basel? Oder über Bundesstraßen wie die B 3, die zu Beginn wenigstens noch manche Lücke im vierspurigen Netz zweispurig schließen mussten?

Sie blieben ohne Glanz, nie wurde eine deutsche Fernstraße mit der Route 66 durch die USA verglichen, die Nationale 7 dagegen immer wieder. Erst vor Kurzem führte die „Washington Post“ in einer Reportage die Parallelität an. Auch der alte amerikanische Highway ist Kult, in einem Land, in dem die großen Roadmovies wie „Easy Rider“, „Paris, Texas“ oder „Wild at Heart“ eben die guten alten zweispurigen Straßen in Szene setzen, jene Klassiker, zu denen die Highways niemals aufrücken werden.

Kurz vor dem Ende der RN 7 schossen die Autoren noch ein Foto vom Hauptdarsteller, ihrem Kapitän, vor dem Schloss in Villefranche-sur-Mer, in dem die Rolling Stones Songs schrieben und Joints rauchten. Das war Anfang der Siebziger, als die Kultstraße zur Geschichte wurde. Wenige Kilometer später war auch damals Schluss, am Meer oberhalb von Menton. Hier stand – und steht immer noch – der letzte rot-weiße Kilometerstein, der das Ende markierte – und den Start zurück nach Paris.

Link zur Homepage:

http://www.welt.de/reise/nah

Januar 9, 2015

Hostels und Jugendherbergen: Wo Skifahrer günstig übernachten

Der Schnee ist da, endlich! Seit Weihnachten rieselt es. Wer wie ich kurzfristig über die freien Silvestertage in die Berge wollte, ist beim Blick auf die Preise für das kurzfristige Skivergnügen allerdings aus den Bindungen gekippt.

Denn über Silvester kurzentschlossen in den Schnee zu reisen, kommt preislich gesehen einem Sabbatical in der Karibik gleich. Glückwunsch an alle, die sich rechtzeitig über Neujahr in den Bergen eingebucht haben.

Mit ein bisschen Insiderwissen muss auch spontaner Winterspaß nicht teuer sein. Denn man kann in den Alpen durchaus günstig nächtigen.

In Saas Fee zum Beispiel hat diesen Winter das Wellness Hostel 4000 eröffnet, eine futuristische Herberge mit angeschlossener Saunawelt und Preisen wie im letzten Jahrhundert. Bereits ab 40 Euro pro Nacht kann man dort einchecken, Frühstück inklusive. Gut, dafür teilt man sich das Zimmer mit fünf Leuten und duscht auf dem Gang. Intimität kostet extra: 130 Euro zahlt man für ein Doppelzimmer mit allem Schnick und Schnack – aber für Saas Fee bleibt das trotzdem ein Schnäppchen.

Überhaupt sind Hostels und Jugendherbergen gute Orte für die Nächte zwischen zwei Skitagen. In vielen Häusern in der Schweiz (www.youthhostel.ch) und Österreich (www.oejhv.at) übernachtet man in Zwei- bis Vierbettzimmern, einige Herbergen haben sogar Doppelzimmer mit eigenem Bad. Und oft Top-Lagen.

Das Youthpalace in Davos zum Beispiel ist ein ehemaliges Kurhaus und liegt nur einige Gehminuten von der Parsennbahn entfernt. Von der Terrasse aus hat man einen tollen Blick auf Bergpanorama und Wolfgangsee. Die Jugendherberge in Valbella-Lenzerheide liegt sogar direkt an der Piste.

Die Jugendherberge in Zermatt zählt mit ihrem futuristischen Anbau zu den modernsten in Europa. Mit etwas Glück schaut man hier sogar vom Bett aufs Matterhorn.

Und wer gerne mal gucken will, wie Stars und Sternschnuppen urlauben, kann in der Jugendherberge St. Moritz einchecken. Das Hostel liegt so zentral im Ort, dass man den Menschen in Pelzmänteln vom Zimmer aus zuprosten kann. Und wer mehr als eine Nacht bleibt, zahlt für den Skipass für die Skigebiete in St. Moritz nur 35 Franken (29 Euro) pro Tag.

Auch die Österreicher wissen, wie man uns Skifahrer günstig auf den Berg bringt. Das Haus Seespitz in Zell am See zum Beispiel hat einen Top-Skibus-Anschluss – nicht nur an das Skigebiet Kaprun.

Nett ist auch die Jugendherberge Innsbruck: Gleich drei Skigebiete sind von dort per Bus zu erreichen – und zum Après-Ski liegen zahlreiche Bars und Restaurants um die Ecke. Und die Jugendherberge Heiligenblut liegt mitten im Nationalpark Hohe Tauern an der Skipiste.

Zur Person

  • Louis Hermic

    Das Skifahren hat Stéphanie Souronschon mit vier Jahren gelernt. Heute verbringt die Journalistin ihre Freizeit am liebsten in den Alpen. Ihr Job als freie Autorin hat sie nach Hamburg verschlagen – inzwischen weiß sie, welche Fluglinien die Skier gratis transportieren und mit welchem Bus man am schnellsten ins Skigebiet kommt. Trotzdem ahnt sie: Eine Stadt ohne Berge und Schnee ist auf Dauer kein Lösung.

    Im Pisten-Blog erzählt Souron vom langen Warten auf den Schnee, von Neuheiten in den Skigebieten, philosophiert über das beste Hüttengericht und alles, was im Winter draußen Spaß macht.

Zur Anbieter-Website:

www.spiegel.de/reise/europa

April 18, 2014

Geheimtipp Hogenboom – Familienurlaub in den Niederlanden

Eine Fernreise mit der ganzen Familie samt Oma und Opa? Zu kompliziert, zu teuer, zu weit weg. Aber was gibt es für Alternativen? Ist Urlaub in nächster Nachbarschaft nicht langweilig? Nein! In den Niederlanden beispielsweise gibt es hügeliges Binnenland und das Meer, Kulturschätze, Sportangebote und Städte, die für jeden spannend sind. Die Anreise ist schnell und günstig und die Sonnenbrandgefahr ist auch begrenzt …

Ein Musterbeispiel für gelungenen Familienurlaub sind die Familienvillen von Hogenboom Ferienparks. Die schönen, freistehenden Familienvillen sind mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet und bieten Platz für bis zu 12 Personen und sogar eine Privatsauna. Ob der Hogenboom Ferienpark Aquadelta beim Fischerdörfchen Bruinisse oder das Resort Arcen bei Venlo: beide eignen sich hervorragend. Die Kinder vergnügen sich im Hallenbad oder auf den Spielplätzen, die ganze Familie kann zu einer Partie Bowling, Minigolf oder Tennis antreten und die Umgebung ist ideal für tolle Rad- oder Wandertouren. Hogenboom bietet zur Ergänzung eines rundum gelungenen Urlaubes praktische Extras, wie zum Beispiel ein Einkaufspaket, ein „Coole Kids Special“ oder ein Barbecue-Arrangement. Read the rest of this entry »

April 18, 2014

My wife and I made a wonderful trip to Paris

Like every year, we planned a city trip. After much deliberation and searching, where we could go, my darling had the idea to travel to the city of art and fashion, Paris.

We booked 4 Star Hotel at the station Gare de l’Est and decided to drive with our own car. After I told my colleagues this proposal, I caught surprising looks. „What, you want to drive by car from Paris?“ I replied quizzically, „Why not, what’s wrong with that?“ Read the rest of this entry »

April 17, 2014

Wussten Sie, dass…: Wandern durch die Geschichte des italienischen Papiers

Seit dem Mittelalter wird am Gardasee Papier produziert, auch für den türkischen Sultan. Heute führt ein Wanderweg durchs Tal, vorbei an neuen Fabriken und alten Ruinen.

Im Tal der Papiermühlen bei Toscolano-Maderno am Gardasee Read the rest of this entry »

April 16, 2014

Einreise und Visum in die USA: Neue Visa-Bestimmungen – Einreise wird teurer


Geschäftsreisen und Flüge in die USA buchen: Visum-Gebühren für Nichteinwanderungs-Visa der Kategorien B, C, D, F, I, J und M steigen von 140 auf 160 US-Dollar zum 13. April 2012 an. Wichtige Informationen für Geschäftsreisende und Urlauber im folgenden Bericht.
Die meisten USA-Besucher, die für die Einreise ein Visum benötigen, müssen dafür künftig mehr bezahlen. Read the rest of this entry »